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Frage 3 – Thema: Generationenwechsel

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Frage: Wie willst Du nach der Bundestagswahl 2013 gewährleisten, dass unsere Partei den Generationenwechsel erfolgreich schafft und Personen in der Bundesspitze aufgebaut werden, die uns als Spitzenteam in die nächste Bundestagswahl 2017 führen können?

Antwort

Katrin Göring-Eckardt: Ich bin fest überzeugt, dass es auf die Mischung ankommt. Erfolgreich sind wir nur, wenn verschiedene Generationen mit ihren jeweiligen Erfahrungen und Hintergründen gut zusammenarbeiten. Dass wir genügend Jüngere und Junge haben, die dazu beitragen, steht für mich außer Frage. Unsere GRÜNE “WG“  ist ein echtes Mehrgenerationenhaus geworden. Das darf auch gern noch stärker nach außen deutlich werden.

 

Patrick Held: Die Antworten von Patrick Held sind nur als .pdf verfügbar. Hier geht es zu seinen Antworten.

 

Nico Hybbeneth: Ich bin der Generationswechsel 🙂
Natürlich liegt es mir sehr am Herzen junge Talente in der Partei zu fördern. Junge Gesichter sind wichtig um frischen Wind in die Partei zu tragen.

 

Roger Kuchenreuther: Aufbau von Spitzenkanidaten ergibt sich automatisch durch steigende Mitgliederzahlen; alle Parteiämter als Doppelpositionen und allgemein mehr Basisdemokratie. Generationswechsel findet in offenen Strukturen dann statt wenn junge Nachrücker genug Erfahrung, Fähigkeiten und Selbstsicherheit erworben haben um mit Engagement und Charisma mitreissen zu können und ist damit ein praktischer Prozess und keine Weltanschauungsfrage.

 

Renate Künast:  „Wechsel“ ist ein gutes Stichwort. Jetzt geht es erst einmal um einen anderen Wechsel, den Regierungs-Wechsel. Und da sage ich: Alle Mann an Bord! – Frauen natürlich auch!! Wer da mittut, kann sich schon für Zukünftiges empfehlen!

 

Alfred Mayer:  Ich schlage vor, schon bei der Aufstellung der Kandidaten  für die Bundestagswahl 2013 wirklich geheim abzustimmen, also die Stimmzettel nicht offen, sondern hinter Wahlblenden  auszufüllen, sodaß  für die einzelnen Delegierten endlich eine freie, unbeeinflusste  Wahl möglich ist. In jedem Wahlgesetz und im Parteiengesetz ist festgelegt, daß die Abstimmung geheim zu sein hat. Das Wahlgeheimnis wird aber schon immer von allen Parteien mißachtet, sodaß die Vorschläge der Parteiführung nahezu 1 : 1 umgesetzt werden  und gerade ein rechtzeitiger Generationenwechsel nahezu ausgeschlossen ist. Das ist vor allem ein Problem der anderen Parteien. Bei den Grünen ist eine Einflussnahme von oben kaum möglich, gruppendynamische Prozesse würden aber auch  bei den Grünen bei wirkliche geheimer Abstimmung anders verlaufen als bisher.

 

Markus Meister: Junge Grüne, gerade junge Frauen, müssen stärker gefördert und aufgebaut werden. Eine Wiedereinführung der Rotation würde einen regelmäßigen Generationswechsel garantieren und es wäre auch sichergestellt, dass das Konkurrenzdenken oder die Angst vor jungen Wilden bei den Posteninhabern aufhört, da sie sowieso nach 8-10 Jahren aufhören müssen. Vielleicht würde so besser und intensiver nach Nachfolgerinnen und Nachfolgern gesucht und der Elan wäre größer diese zu fördern durch die momentanen Amtsinhaber. Aber es muss auch mehr mutige frische Leute geben, die sich nach vorn trauen. Ich verwende den Begriff „frisch“, da es hier nicht um das biologische Alter geht sondern um den Wechsel und die daraus resultierenden neuen Impulse! Es ist schade das Grüne wie Tarek Al Wazir nicht in die Bundespolitik gehen oder auch bei dieser Urwahl z.B. eine Annalena Baerbock aus Brandenburg nicht als junge weibliche Alternative antritt. Am Ende haben wir es zumindest diesmal selbst in der Hand, ob wir einen Generationswechsel vorantreiben. Ein wohlüberlegter Denkzettel wäre eine Chance die obere Etage wachzurütteln. Es wäre nicht gut, wieder auf linke Rede reinzufallen und das die die so reden, ihre Wahl auch noch als Bestätigung empfinden, obwohl sie von dieser Urwahl eigentlich im Grunde wenig hält! Jede Kandidatur eines Basiskandidaten hat sich schon gelohnt, wenn durch eigene Aussagen die Gesinnung von Berufspolitikern wie Volker Beck entlarvt wird. Dieser Mann besetzt auch ein Thema, was von anderen Gesichtern viel besser besetzt werden könnte und der Herr könnte sich dann komplett auf seine parlamentarische Geschäftsführung konzentrieren. Es wäre auch toll, wenn wie gesagt neue Frauen und Männer aus den nicht mehr ganz so neuen Bundesländern wieder mehr nach vorn rücken. Es muss eben wieder rotiert werden und wir brauchen mehr Mut zum Risiko, einfach mal antreten und schauen was passiert.

 

Claudia Roth:  Seit ich Bundesvorsitzende bin, habe ich mich für die Förderung und die Anliegen von jungen grünen Frauen und Männern eingesetzt – in hunderten von Gesprächen, Veranstaltungen, Konferenzen, in ganz konkreter Politik. Das tue ich, auch weil ich fest daran glaube, dass wir Grüne "PfadfinderInnen" sind, die neue Wege für die ganze Gesellschaft erkunden. Ich habe mich zudem für offen-demokratische Strukturen in unserer Partei eingesetzt, zuletzt bei der Entscheidung für die Urwahl der SpitzenkandidatInnen für 2013. Alle grünen Mitglieder konnten sich bewerben, unabhängig von Alter und Erfahrung. Diesen Weg der Offenheit und Einbeziehung möchte ich gerne mit Euch weiter gehen. Und ich bin mir ganz sicher, dass dieser Weg dazu beiträgt, eine richtige und erfolgreiche Mischung von unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven hinzubekommen.

Einem Politikstil, der Nachfolgeregelungen von Oben verordnet, stehe ich dagegen sehr kritisch gegenüber. Und ich glaube auch nicht, dass das mit grüner politischer Kultur und Streitbarkeit zu vereinbaren ist. Wir Grüne sind keine geschlossene Gesellschaft. Die starken jungen Frauen und Männer in unserer Partei suchen gerade nicht die Rolle des "Ziehsohns" oder der "Ziehtochter", wie es sie in anderen, paternalistisch organisierten Parteien gibt. Und im Vergleich bekleiden bei uns bereits außergewöhnlich viele junge Frauen und Männer verantwortungsvolle Ämter – in Partei und Fraktionen. Wir Grüne haben außergewöhnlich viele gute und kompetente Personen, die sehr bald noch größere Verantwortung tragen werden.

Und vielleicht noch eine grundsätzliche Anmerkung: Wie wenig die Generationenzugehörigkeit und das biologische Alter über die geistige Frische eines Menschen aussagen, sehen wir ja bei Frauen- und Familienministerin Kristina Schröder. Und als jemand, der sein Leben lang an die Kraft von "diversity" geglaubt und für die Möglichkeit von Verschiedenheit, von ganz unterschiedlichen Perspektiven gekämpft hat, sehe ich gerade in der richtigen Mischung einen Gewinn.

 

Franz Spitzenberger: Ich kenne jetzt die innerparteilichen Strukturen noch nicht, und kann deshalb keine Vorschläge machen, wie ich so etwas auf den Weg bringen würde. Für mich wäre es deshalb wichtig, dies intern zu diskutieren, um einen für alle akzeptablen Weg zu finden.

 

Jürgen Trittin: Es ist gut über den Tag hinaus zudenken. Aber: 2013 werden bei der Bundestagswahl die entscheidendenWeichen auch für 2017 gestellt. Nurmit starken grünen Zugewinnen werden wir sicherstellen können, erneut nicht nur die weiblichste sondern auch die jüngste Bundestagsfraktion zu stellen. Die komplette Ablösung von Schwarz-Gelb wird gerade junge und jüngere Grüne in Partei, Fraktion und Regierung vor neue Herausforderungen stellen. Daraus ergibt sich, wer uns in die übernächste Bundestagwahl führt.

 

Werner Winkler:  Teil 2 der Frage ist eine suggestive Frage, denn bisher ist meines Wissens zur Bundestagswahl 2017 kein Beschluss vorhanden. Zu Teil 1 würde ich antworten, dass meine eigene Kandidatur, die mit dazu beigetragen hat, die Urwahl stattfinden zu lassen und die auch jüngere Parteimitglieder zur Kandidatur ermutigt hat, ein Schritt in die gewünschte Richtung war. Grundsätzlich würde ich jedoch nicht behaupten, dass Jugend oder Alter Qualitätsmerkmale an sich sind, ebenso wenig wie Mannsein oder Frausein. Ich traue denjenigen, die die Führungspersönlichkeiten wählen dürfen zu, sich ein zutreffendes Bild der jeweiligen Kandidat*innen zu machen und eine weise Wahlentscheidung zu treffen. Dass dabei nur unter denen ausgewählt werden kann, die auch antreten, ergibt sich von selbst – deshalb bin ich auch traurig, dass kein der jüngeren Frauen (z.B. aus der Grünen Jugend den Mut hatte, als Spitzenkandidatin anzutreten.

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