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Frage 18 – Thema: Spitzensteuersatz auf 56 Prozent

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Frage: Wie stehst Du zu einer Anhebung des Spitzensteuersatzes auf 56 Prozent?

Antwort:

Katrin Göring-Eckardt: Ich bin der Meinung, dass starke Schultern wieder mehr Einkommensteuer zahlen sollen als heute, deshalb unterstütze ich unseren Vorschlag für einen Spitzensteuersatz von 49 Prozent.

 

Patrick Held: Die Antworten von Patrick Held sind nur als .pdf verfügbar. Hier geht es zu seinen Antworten.

 

Nico Hybbeneth: Find ich gut! Ich denke es ist sinnvoll den Spitzensteuersatz zu staffeln und evtl. mit Frankreich mit zuziehen bzw. am besten ein europäisches Modell zu entwickeln. Im gleichen Atemzug muss eine konsequente Politik betrieben werden, welche Steuerstraftäter effektiv verfolgt und bestraft.

 

Roger Kuchenreuther: Grundsätzlich ok. könnte auch mehr sein aber dann ab sechsstellig, Ausnahmetatbestände und Steuerschlupflöcher schließen und Steueroasen austrocknen; einheitliches Steuersystem im Euro-Europa anstreben.

 

Renate Künast: Ich finde unsere aktuellen finanz- und steuerpolitischen Vorschläge richtig. Wir fordern in Richtung der stärkeren Schultern den Spitzensteuersatz auf 49% anzuheben. Das ist knapp unter der auch psychologisch relevanten Zahl von 50%. Wir sind für stärkere Besteuerungen von hohen Vermögen und Erbschaften. Und wir wollen bei den Sozialversicherungssystemen andere Einkunftsarten als allein die Gehaltseinkommen in die Mitfinanzierung einbeziehen, zum Beispiel bei der Bürgerversicherung im Gesundheitsbereich. Diese Maßnahmen werden auch bei vielen Menschen wirken, die zur sogenannten Mittelschicht gehören.

 

Alfred Mayer: Ich bin für diesen Spitzensteuersatz von 56 Prozent, allerdings erst ab 80.000 Euro (ab 60.000 zB 48 %, ab 70.000 52 % und dann weiter steigend zB ab 100.000 58 %, ab 120.000 60 % und so weiter)

 

Markus Meister: Erst mal müssen Steuern von Vermögenden richtig gezahlt werden, ein Skandal wie es möglich ist Geldvermögen ins benachbarte Ausland zu transferieren und dort zu verstecken, obwohl man gar nicht weiß wohin mit dem ganzen Geld. Wenn man sich dann rechtzeitig selbst anzeigt und nachzahlt, ist das Ganze dann auch noch ohne Konsequenzen. Oft reden diese Vermögenden dann von Gürteln die enger geschnallt werden müssen oder Moral, Ehre und Anstand. Jede Stunde Arbeit ist gleich wichtig, egal ob jemand putzt, produziert, verwaltet, verkauft oder organisiert. Es wird nie geleichen Lohn für alle geben, aber ein wenig Gerechtigkeit kann man über Steuern schaffen. Daher 50% Spitzensteuersatz, aber Erbschaft und Spekulationen wobei auch wenig Eigenleistung dahintersteht richtig besteuern.

 

Claudia Roth: Ich kämpfe dafür, dass wir die Bundestagwahl mit starken Grünen und einer deutlichen Mehrheit für Rot-Grün gewinnen und wir in darauf folgenden Koalitionsverhandlungen die SPD überzeugen können, dass ein Spitzensteuersatz von 49 Prozent bereits ab 80 000 Euro Brutto-Jahreseinkommen greifen muss und nicht erst ab 100 000, wie es die SPD bislang fordert. Ich will, dass wir diese gerechte Mehrbelastung starker Schultern möglichst schnell in der kommenden Legislatur umsetzen können. Und natürlich schlagen wir weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Einnahmenseite vor, bei der Erbschaftssteuer, mit einer Vermögensabgabe oder beim Ehegattensplitting.

 

Franz Spitzenberger: Es wäre schon ein großer Schritt, wenn wir die Rot-Grüne Steuerreform zurückdrehen würden. Die Höhe des Steuersatzes alleine hilft uns nicht weiter. Die Frage ist, ab welchem Einkommen greift ein Steuersatz?

 

Jürgen Trittin: Das ist politisch sehr schwer durchzusetzen. Ich glaube es lohnt sich nicht, diesen Kampf zu führen, denn er bringt kaum weitere Einnahmen.Wir haben beschlossen, den Spitzensteuersatz auf 49%zu erhöhen, was uns bei Erhöhung des Freibetrages für alle netto rund 3 Milliarden bringt –und gleichzeitig alle Einkommen unter 60.000 € entlastet. Eine Anhebung der Erbschaftssteuer halte ich für wichtiger und gerechter, sie bringt zusätzliche 4,5 Milliarden und die Abschaffung der Abgeltungssteuer für Kapitalerträge bringt noch einmal 1,5 Milliarden. Das trifft viel eher die, die es sich leisten können und wenig dafür geleistet haben. Das gilt auch für das Abschmelzen des Dienstwagenprivilegs und der Abschaffung vieler Mehrwertsteuersubventionen, Jede dieser Maßnahmen bringt für sich mehr als der symbolische Kampf um eine noch höhere Höhe des Spitzensteuersatzes.

 

Werner Winkler:  Ich würde mich gerne für eine europäisch einheitliche Steuertabelle einsetzen, wobei nicht nur die Einkommenssteuern, sondern alle Steuern vereinheitlicht werden sollten, um denen den Wettbewerbsvorteil zu entziehen, die durch niedrige Steuersätze Unternehmen oder Privatleute anlocken und so der Gesamtheit schaden. Wenn in diesem Rahmen der Spitzensteuersatz zwischen 50 und 60% (im dafür relevanten Teil des Einkommens) beträgt, scheint mir das als Beitrag für das Gemeinwesen durchaus angemessen.

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